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Einfach beten

Zugegeben: Wir sind Romantiker, genauer gesagt, Sprachromantiker. Wir sind verliebt in Worte, in ehrliche Worte, in Sätze, die Wahrheit und Wahrhaftigkeit atmen. Kommunikation – und von dieser inzwischen etwas angestaubten Vorstellung mögen wir uns einfach nicht trennen -, Kommunikation dient der Verständigung zwischen Lebewesen. Wer sich etwas zu sagen hat, der pflegt die hohe Kunst der Konversation. Wer Kritik üben möchte, der artikuliert diese in einer verständlichen Argumentation. Wer seiner Liebe Ausdruck verleihen will, der wählt dafür Formulierungen, die das Herz berühren. Sprache kann so großartig sein.

Und so falsch. Denn inzwischen wähnen wir uns geradezu in einem Mahlstrom der gezielten Sprachzertrümmerung, fühlen wir uns wie betrogene Liebhaber in einer doch einstmals so tiefen Verbindung. Um uns herum versinkt die Welt in einer Flut von Lügen, gezinkten Botschaften, verdrehten Tatsachen und miesen Verschleierungen. Ob in der aktuellen Ukraine-Krise, ob in den Kommentaren der Beteiligten zur immer noch verheerenden internationalen Finanzkrise, ob im abgrundtiefen NSA-Skandal, ob in den heuchlerischen Nichtigkeiten der Großkoalitionäre oder dem verheerenden Geschwätz von Sinnerklärern aller möglichen Religionen und Nationalitäten – jeder macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Und jeder der Schmierenkomödianten verbeugt sich nach seinen dreisten (Kommunikations-) Vorstellungen mit stolzem und beifallheischendem Blick vor seinem Publikum.

Es gibt wenig Zweifel: Je weiter wir in der einst so euphorisch beschworenen Kommunikations-, Wissens- und Informationsgesellschaft voran kommen, desto falscher werden Kommunikation, Wissen und Information. Unwissen, Desinformation und Kommunikations-Chaos – so sieht scheinbar die Ernte aus, die wir nach der Saat von digitalen Medien, Internet und Verbindungen jederzeit und allerorten einfahren. Wenn es unsere Altvorderen ob eines unerklärlichen Phänomens gruselte, dann knieten sie nicht selten zum Gebet nieder. Das könnte sich auch für uns im immer turbulenteren globalen Kommunikations-Shitstorm als Mittel der Wahl erweisen…


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