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Europa ist schön.

3.8.2012. Ich war neulich im Urlaub. Und lag am Strand. In Italien. Ich weiß gar nicht, ob man das heutzutage noch laut und fröhlich aussprechen darf. Italien! Ist das nicht eines dieser Länder, die der Staatsbankrott bedroht?

Ich habe jedenfalls alles getan, um die real existierende italienische Wirtschaft anzukurbeln. Ich habe Eintrittsgelder gelöhnt (sogar am eingezäunten Strand. Das müsst ihr gesehen haben – preußischer geht’s nimmer!). Ich habe Klamotten gekauft (diese Stilsicherheit!). Ich habe Diesel getankt (Deutschland ist dagegen ein Niedrigkostenspritland!), Eis gegessen (herrlich!), luftgetrockneten Schinken verzehrt (dieser Duft!). Ich habe frische Pasta genossen (wie machen die das bloß, dass die um so vieles besser schmeckt als die frische Pasta im heimischen Supermarkt?) und mit Chianti geprostet (natürlich nur der mit dem Hahn oder dem Stern auf dem Halsetikett ...).

Ganz nebenbei und selbstverständlich habe ich dabei eine atemberaubende Gastfreundlichkeit erlebt. In Frankreich zum Beispiel, und ich liebe Frankreich!, wäre ich mit meinen rudimentären Sprachkenntnissen einfach vor der nächstbesten Restauranttür verhungert. In Italien freut sich die hilfsbereite und zuvorkommende Gastwirtin mit mir, dass mir nach fünf Minuten Quälerei endlich das Wort „Tonno“ über die Lippen kommt. Und sie war nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen will, ist, dass ich das Italien-Bild, das mir die Medien als vermeintliche Wirklichkeit vermitteln, mit dem Bild, das ich mir persönlich und direkt vor Ort selbst gemacht habe, nicht in Deckung bringen kann. Und das gilt nicht nur für Italien, das gilt für ganz Europa. Länder, Menschen, Kultur, Landschaften – die Vielfalt und Schönheit und auch die Schaffenskraft eines ganzen Kontinents – all das überschattet und überlagert die „Krise“, aktuell verbandelt mit der Vorsilbe „Euro“. Slowenien ist da gerade nur der nächste Kandidat auf dem heißen Stuhl der selbst erklärten Ratingexperten. Wieder einmal hängt das finanzielle Überleben eines Staates von der Meinung eines Wirtschaftsinstituts ab. Was gibt es über das (Miss-)Verhältnis von Welt und Finanzwelt noch zu sagen?

Irre. Und alles total irreal. Ich glaube, ich muss wieder zurück in die Realität und in die Realwirtschaft. Ich brauche dringend wieder Urlaub. Ich muss an den Strand zurück. Am besten nach Italien.


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