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Leak of information

30.11.2010. Das Internet ist ein Fluch. „Lack of information" ist total out, „leak of information" stattdessen der vorerst letzte Schrei. Der Informationsmangel – EINSCHUB: der früher vermutlich so manche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entscheidung hat besser aussehen lassen, als sie es getan hätte, hätten wir alles gewusst. EINSCHUB ENDE – ist im Web längst dem Überfluss gewichen. Und vieles ist definitiv überflüssig: Die Info-Brühe läuft einfach überall raus, es suppt, schwappt und blubbert. Selbst den letzten harten Infofelsen überspült die klebrige Nonsens-Masse. Und keiner weiß, was er damit anfangen soll, geschweige denn, wer das hinterher wieder saubermacht? Denn mit seriösem Politjournalismus oder notwendiger Transparenz bisher vertuschter Zusammenhänge hat diese Info-Inkontinenz nichts mehr zu tun.

Aktuelles Beispiel Diplomaten-Depeschen": Da liegt er nun, der digitale Haufen diplomatischer Beurteilungen, unsortiert, unbewertet. Und die damals (schnüff!), als sie nur gedruckt wurden, so seriöse Polit-Presse verbreitet den Mist auch noch weiter. Gesichtet zwar (denn so viel Müll passt nicht mal in alle Jahrgänge gleichzeitig), aber ansonsten im entscheidenden Punkt unbewertet: Wie seriös und mit welcher Absicht handelt der jeweilige diplomatische Informationslieferant? Haben wir es vielleicht auch mit Intrigen, Finten, Lügen, Desinformation zu tun?

Damit bleibt letztlich offen, ob diese Informationen überhaupt einen Wert haben. So, wie ich mich angesichts dieser haushohen News-Brecher fühle, so muss sich die CIA mit ihren Myriaden erschnüffelter Daten und Akten fühlen: „Chef, wir haben weltweit mal alles abgegriffen, nur – wir haben leider keine Ahnung, wann wir die Info finden, die uns wirklich nach vorn bringt."

Hat mal einer einen Korken? Oder irgendetwas, um diese Flut zu kanalisieren und erst einmal festzustellen, ob in diesem Info-Tsunami auch noch rettenswerte Nachrichten schwimmen? Denn, mal ernsthaft, dass – zum Beispiel – der deutsche Außenminister ist, wie er ist: Wer wusste das noch nicht auf diesem Planeten?

Manches Mal werde ich den Eindruck nicht los, dass fast jede(r), der in der digitalen Welt von Bedeutung ist oder sein will, unter Allmachtsphantasien leidet – unabhängig davon, was er anzubieten hat: Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Julian Assange, ... Da geht's wohl des Öfteren nicht um Lifestyle, soziales Miteinander oder Aufklärung, sondern eher ums Wichtigsein. Und das nervt bisher noch in jeder Welt. In der digitalen ist es dann auch immer gleich allgegenwärtig. Puuuh, ich fahr' den Rechner runter. Selig sind die Ahnungslosen.


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