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Völkerverständigung am Ball

28.6.2011. Die Fédération Internationale de Football Association ist bekanntlich das, was man in der Marketingsprache gemeinhin einen Innovationsmotor nennt. Die Vorschläge, die der Weltfußballverband FIFA beispielweise  zu Regeländerungen bei dem beliebten Ballsport regelmäßig aus dem Hut zaubert, sind immer wieder herzerfrischend und wohl durchdacht. Legendär ist ohnehin die Innovationskraft von FIFA-Präsident Josef Blatter wenn es darum geht, den illustren Verband durch mutige Strukturreformen fit für die Zukunft zu machen.

Jetzt glänzen die FIFA-Granden erneut mit einem atemberaubenden Vorhaben. Am 30. Juli findet in Rio de Janeiro die Gruppenauslosung für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 statt. Durch eine entsprechende Zusammenstellung der Lostöpfe will die FIFA verhindern, dass die Kickerteams von Staaten wie Russland, Georgien, Armenien und Aserbaidschan aufeinander treffen. Damit möchte der Weltverband eine mögliche politische Einflussnahme bei diesen brisanten Partien ausschließen.

Der kühne Plan der FIFA macht Sinn. Er zeigt, wie weit der kluge Blick der FIFA-Verantwortlichen über die Außenlinien des Fußballfelds hinaus reicht. Völkerverständigung am Ball gelingt eben nicht immer – und da ist es besser, wenn sich die verfeindeten Parteien lieber gleich auf unterschiedlichen Plätzen aus dem Weg gehen.

Allerdings birgt das Konzept auch Schwächen. Offen bleibt die Frage, wann genau zwei Staaten als fußballerisch miteinander schwer vereinbar gelten. Wenn es ganz schlecht läuft, dann sind beispielsweise künftig Spiele zwischen, sagen wir, Griechenland und Deutschland nicht mehr drin. Die Deutschen schimpfen auf Hellas, das Land, in dem die bitter verdienten Euros in einem Fass ohne Boden verschwinden. Und die Hellenen wollen keinen Rasen mehr betreten, auf dem Spieler der neuen europäischen Kolonialmacht Deutschland auflaufen. Schon bald könnten weitere europäische Habenichte den Kick mit Gläubigerländern verweigern. Es dürfte eng werden mit dem Spielplan der FIFA.


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